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Sommerschule 2020

Sommerschule 2020
KPH Graz Studentinnen berichten von einem „coolen Projekt“

Im September 2020 wurde in ganz Österreich erstmals eine zweiwöchige Sommerschule abgehalten. Ziel dieser Initiative des BMBF war es, Schülerinnen und Schüler gut auf den Schulbeginn vorzubereiten. Der Fokus lag dabei auf dem Deutschunterricht.

Für diese Initiative meldeten sich auch zahlreiche KPH Graz Bachelor- und Masterstudierende. In der Vorbereitung wurden sie von erfahrenen KPH Graz Lehrenden gecoacht. Während der Sommerschule gab es regelmäßig Termine für kollegiale Beratung. Nach dem Projektende wurde ihr engagierter Einsatz reflektiert und evaluiert. Neugierig auf ein paar Impressionen?

Auf die Student*innen warteten höchst heterogenen Schüler*innengruppen. Die Betreuung fand durchwegs schulstufenübergreifend statt, mitunter kamen die Kinder auch von verschiedenen Schulstandorten. Somit galt es zu Beginn ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen um anschließend gut arbeiten zu können. Soziales Lernen, Teamarbeit und Kooperation mit den Kolleg*innen an den einzelnen Schulstandorten waren sehr gefragt. Und selbstverständlich galt es verantwortungsvoll Hygienemaßnahmen zu berücksichtigen.

Als Lehrende in der Sommerschule mussten die Student*innen auf höchst unterschiedliche Lernniveaus und Übungsbedürfnisse der Kinder Rücksicht nehmen und sehr differenziert auf die einzelnen Schüler*innen eingehen. Katrin Struggel: „Grundsätzlich fokussierten wir uns auf allgemeine Themen des Deutschunterrichts und versuchten möglichst viele verschiedene Übungs-, Wiederholungs- und Vertiefungsmöglichkeiten anzubieten.“ „In meiner Gruppe konnten zwei Kinder kaum lesen. Für sie habe ich viel Einzelförderung angeboten“, berichtet Nicole Hofer. Die altersgemischte Zusammensetzung der Gruppen hatte auch Vorteile. Anna-Lena Schnecker: „Besonders im Bereich Sprachverständnis und Ausdruck profitierten die jüngeren Kinder sehr von den älteren.“

Stolz präsentierten die Schüler*innen am Ende der zwei Wochen ihre Ergebnisse aus den verschiedenen Projekten: Individuell gestaltete „Ich-Hefte“ wurden vorgestellt, auch in Form von Ich-Mappen und Ich-Lapbooks. Auch ein Puppentheater wurde vorbereitet und aufgeführt, ebenso ein Rollenspiel zu einem Bilderbuch. Christina Paller gestaltete mit ihren Schüler*innen und Kolleg*innen einen eigenen Sommerschulblog. Und auf einem Padlet wurden Videos, Bilder und Text bereitgestellt. „Die Eltern konnten diese mit einem QR-Code abrufen und so die Sommerschule online verfolgen.“ Weitere Projektthemen waren „Wasser“, „Gefühle“, „Wald“ … daraus entstanden umfangreiche Projektmappen. Katrin Struggel zur Projektarbeit: „So intensiv in einem Fach bzw. Themenbereich zu arbeiten, das war spannend.“

Nach den Besonderheiten während der Sommerschule befragt, berichteten die Student*innen durchwegs begeistert von ihren Erfahrungen. Sie betonten den Fleiß der Schüler*innen, erzählten von deren eindeutigen Fortschritten, besonders im Bereich Sprachkenntnisse. Die positiven Rückmeldungen seitens der Kinder motivierten zusätzlich. Sara Auinger: „Es gab in den zwei Wochen sehr viele Highlights. Doch als ich mit den Kindern am Ende der Sommerschule eine rückblickende Reflexion gemacht habe, hat mich ein Mädchen gefragt, ob ich, wenn sie nächstes Jahr wieder in die Sommerschule geht, wieder ihre Lehrerin sein werde. Das hat mich sehr gefreut und mir Bestätigung dafür gegeben, dass den Kindern mein Unterricht gefallen hat.“

Die Student*innen reflektierten das Gesamtprojekt durchaus auch kritisch. „Nächstes Mal würde ich auch mit den jungen Schüler*innen am ersten Tag eine Art Screening machen, damit es von Anfang an klarer ist, wo die Kinder stehen bzw. wo die Förderschwerpunkte liegen“, bemerkt Nicole Hofer. Weitere Verbesserungsvorschläge kommen u.a. auch von Kristina Kern und Magdalena Zellnig: „Intensivere Kommunikation mit den einzelnen Schulen bzw. gezielte Informationen über die Schüler*innen und Kinder und deren spezielle Bedürfnisse.“ Eventuell könnte das Format auch auf den mathematischen Bereich ausgeweitet werden. Diese Rückmeldungen sind wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des Projekts und die Vorbereitung auf eine mögliche Sommerschule 2021.

Alle studentischen „Lehrenden“ hoben die wertvollen Sommerschulerfahrungen für ihre Professionsentwicklung hervor. „Die Möglichkeit, dass ich wirklich zwei Wochen komplett allein unterrichten durfte, war eine riesige Lerngelegenheit für mich und ich bin sehr über mich hinausgewachsen“, sagt Sara Auinger. Marie-Therese Buchgraber: „Die Organisation des Schulalltags lag in unserer Hand, wir mussten Flexibilität und Spontaneität zeigen. So habe ich noch mehr Sicherheit und Stabilität als Lehrperson bekommen.“ „Ein tolles Projekt! Wir sind froh, dabei gewesen zu sein“, resümieren Kristina Kern und Magdalena Zellnig. Katrin Struggel ergänzt: „Für mich waren die beiden Wochen eine große Bereicherung. Außerdem fühlte ich mich durch die Lehrveranstaltungen vorab bzw. in den beiden Wochen sehr gut von der KPH Graz unterstützt und informiert.“

Der Support seitens der KPH Graz wurde mehrfach positiv hervorgehoben. In der Vorbereitung auf den Einsatz in der Sommerschule wurden die Interessent*innen von einem Lehrendenteam der Hochschule begleitet. Lisa Franz, Bernd Böhmer, Klemens Karner und Elisa Kleißner gaben (fach-)didaktische und organisatorische Impulse, ebenso Institutsleiterin Susanne Herker, die auch für die Gesamtkoordination verantwortlich war. „Die Rückmeldungen seitens Studierenden waren durchwegs positiv. Sie waren sehr dankbar für unsere Unterstützung. Viele haben mir versichert, dass sie das jederzeit wieder machen würden und auch andere Studierende, vor allem ab dem sechsten Semester, ermutigen werden, möglicherweise nächstes Jahr teilzunehmen.“

Lisa Franz war nicht nur in der Vorbereitung aktiv, sie stand den Student*innen auch während der Sommerschule mit Rat und Tat zur Seite und gestaltete die abschließende Nachbesprechung bzw. den Projektbericht. „Die Anforderungen an unsere Studierenden waren sehr heterogen, diese reichten von hoher Verantwortung und selbstständiger Leitung der Lerngruppe bis hin zur Unterstützungsarbeit nach Bedarf in mehreren Gruppen. Die Studierenden fühlten sich aber auch bei einem hohen Maß an Verantwortung nicht überfordert, sondern erkannten die Vorteil in diesem Setting: Methoden ausprobieren dürfen, schwierige Situationen in der Klasse intensiv besprechen, bewusst am eigenen Lehrverhalten arbeiten, Veränderungen kritisch reflektieren.“

Sara Auinger: „Ich bin unendlich dankbar für diese Chance, da ich so viel daraus lernen konnte. Ich bin bestärkt worden, dass ich eindeutig den richtigen Beruf gewählt habe.“ Marie-Theres Buchgraber: „Zwei Wochen intensive Arbeit an einem Thema haben sich gelohnt. Ich war bestimmt genauso stolz wie die Schüler*innen.“

Und auch die KPH Graz ist stolz auf ihre Student*innen und Absolvent*innen, die der Sommerschule 2020 zum Erfolg verholfen haben. Susanne Herker: „Danke für Ihren großartigen Einsatz in einer pädagogisch wertvollen Sache.“

Fotos: Marie-Theres Buchgraber: Sommerschule 2020 und Kristina Kern: Das bin ich …

Bericht: Elisa Kleißner, verbunden mit einem herzlichen „Danke“ an jene KPH Graz Studentinnen und Absolventinnen aus dem Kreis der Sommerschullehrenden, die Statements beigetragen haben: Sara Auinger, Marie-Therese Buchgraber, Nicole Hofer, Kristina Kern, Christina Paller, Anna-Lena Schnecker, Katrin Struggel und Magdalena Zellnig.

Sommerschule 2020 - Projektmappen

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