Wie Technik Kinder stark macht: Symposium an der PPH Augustinum setzt Impulse für die Schule von morgen
Wie lernen Kinder, technische Zusammenhänge zu verstehen, Fragen zu stellen und eigene Lösungen zu entwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Symposium „Wie Technik Kinder stark macht – Ein Impuls für die Schule von morgen!“ am 16. Oktober 2026 an der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum. Rund 90 Teilnehmer*innen nutzten die Veranstaltung, um aktuelle fachdidaktische Perspektiven kennenzulernen, praktische Zugänge zu entdecken und über die Zukunft Technischer Bildung in der Primarstufe zu diskutieren.
Nach einer technisch-musikalischen Einstimmung durch Markus Oswald eröffneten Rektorin Andrea Seel und das Moderatorenduo Karin Hecke und Klemens Karner die Veranstaltung. Die Tagungsleitung lag bei Bernhard Böhmer. Unter den Gästen waren Andrea Pichler, Leiterin des Pädagogischen Dienstes der Bildungsdirektion Steiermark, Vizerektorin Renate Straßegger-Einfalt, Institutsleiterin Katharina Ogris, Institutsleiter Christian Brunnthaler sowie Gustav Zankl, der die Entwicklung der Technischen Bildung über viele Jahre mitgeprägt hat. In ihrer Ansprache blickte die Rektorin auf die Entwicklung des Faches an der PPH Augustinum und ihren Vorgängereinrichtungen zurück und hob dessen Bedeutung für die Ausbildung angehender Lehrpersonen hervor.
Was Technische Bildung zur Grundbildung beiträgt, stand im Mittelpunkt der Keynote „Denken mit den Händen“ von Cornelia Zobl. Anhand einer praktischen Herausforderung und dreier gedanklicher Brücken veranschaulichte sie, wie technisches Denken und Handeln bereits in der Primarstufe gefördert werden können. Ihre zentrale Botschaft brachte sie prägnant auf den Punkt: „Technische Bildung ist in der Primarstufe keine Ergänzung zur Grundbildung. Sie ist eine ihrer Grundlagen.“ Die Beispiele zeigten, welchen Stellenwert die Auseinandersetzung mit Technik schon zu Beginn der Schulzeit hat. Eine anschließende Diskussion ermöglichte es, die fachlichen Impulse gemeinsam zu vertiefen.
Ein Buch zum Begehen und Entdecken
Wie sich fachdidaktische Inhalte auf besondere Weise erfahrbar machen lassen, zeigten Bernhard Böhmer und Christian Groß mit dem begehbaren Werkbuch zum gemeinsam mit Klemens Karner verfassten Buch „Technik in der Primarstufe“. Statt die Inhalte ausschließlich vorzustellen, wurden die einzelnen Kapitel räumlich erlebbar. Die Teilnehmer*innen konnten unterschiedliche Arbeitsweisen und Werkstücke erkunden. An zwei Stationen vertiefte Bernhard Böhmer die Auseinandersetzung mit grundlegenden Themenbereichen des Faches und eröffnete damit weitere Einblicke in die praktische Umsetzung Technischer Bildung.
v.l.n.r.: Christian Groß, Bernhard Böhmer, Klemens Karner
Gemeinsam Perspektiven entwickeln
Zum Abschluss brachte eine Round-Table-Diskussion unterschiedliche Perspektiven zusammen. Andrea Pichler, Renate Straßegger-Einfalt, die Lehrerin und Absolventin Elke Suman, Student Gregor Mogart sowie Bernhard Böhmer und Christian Groß diskutierten über die Bedeutung Technischer Bildung, Herausforderungen in der Praxis und Möglichkeiten, das Fach weiterzuentwickeln. Die Diskussion machte sowohl Herausforderungen aus der Praxis als auch Perspektiven für die Weiterentwicklung des Faches sichtbar. Das Symposium endete mit einem klaren Appell: Es braucht mutige Lehrpersonen sowie vernetztes und beharrliches Engagement, um Technische Bildung in der Primarstufe nachhaltig zu stärken.