Die diesjährige Herbsttagung AHS/BMHS in St. Georgen/Längsee stand ganz im Lichte Kärntens, seiner Pilgerwege und seiner Heiligen.
Am Vorabend der Herbsttagung, dem 11. November 2025, hielten Monika Gschwandner-Elkins und Robert Stadler vor insgesamt 20 Theolog*innen einen Vortrag zum Thema „Pilgern vor der Haustür als Lernort des Lebens“. Dabei präsentierten sie zentrale Routen aus den insgesamt 60 Pilgerwegen Kärntens. Auf mehr als 28.000 Kilometern brechen Gläubige aus den unterschiedlichsten Gründen auf, stets im Bewusstsein: „Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.“
Der Vortrag beleuchtete sowohl historische Motive, die Menschen früher zum Pilgern bewegten, als auch aktuelle Beweggründe, diese jahrhundertealte Form des Gebets und der spirituellen Praxis weiterhin zu pflegen.
Die Haupttagung am 12. November 2025 stand ganz im Zeichen des Themas „Heilige und ihre Attribute in der christlichen Kunst. Bildikonographische Analyse anhand ausgewählter Werkbeispiele in Kärnten“. Diözesankonservatorin Rosmarie Schiestl spannte vor über 50 Teilnehmer*innen den Bogen vom grundsätzlichen Verständnis kirchlicher Kunstwerke hin zu spezifischen Merkmalen der Heiligenikonographie.
Für die richtige Deutung von Heiligendarstellungen ist umfangreiches Hintergrundwissen unerlässlich. Nur so lassen sich Figuren und Plastiken zweifelsfrei identifizieren. Zwar treten viele Attribute – etwa Fisch, Krone, Schwert, Heiligenschein oder Lamm – immer wieder auf, doch erst die genaue Kenntnis der jeweiligen Lebensgeschichte ermöglicht eine korrekte Zuordnung.
So gilt etwa die heilige Agnes anhand von Attributen wie dem Palmenzweig, einer Krone, einem Lamm und ihrem offen getragenen Haar als erkennbar. Die heilige Hemma von Gurk erscheint hingegen typischerweise in Witwentracht, häufig mit einem Geldsack bei der Almosenverteilung sowie mit einer doppeltürmigen Kirche, einer Urkunde oder einer Rose als Erkennungszeichen.
Bericht und Fotos: Martin Dovjak